Presse-Echo 2019

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Mehr als drei Jahre lang haben wir außer den üblichen Konzertankündigungen nichts über uns in der Presse gelesen. Jetzt setzt die Berichterstattung wieder ein, und zwar gleich mit einem „Paukenhieb“! So entkräftet der Mannheimer Morgen überzeugend den etwaigen Verdacht, er halte unsere Veranstaltungen prinzipiell für unbedeutend. Hoffen wir, vor allem im Interesse der zeitungslesenden Kulturneulinge, dass die wiedererwachte Tradition aufrecht erhalten wird!

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Lindenhof – Laienensemble „Collegium Musicum“ präsentiert in der Johanniskirche gelungene Premiere von „The Wee Wee Man“

Uriges Volkslied erzählt von kleinem Mann mit Superkräften

06. Februar 2019 | Autor: Christian Hoffmann

Imposante Klangfülle: das Orchester mit Dirigent Matthies Andresen spielte Klassiker und eine Uraufführung. © Hoffmann

Eine solche imposante Aufführung dürfte die Johanniskirche wohl nur selten erleben: Im Bühnenhintergrund funkelten die Hörner golden und daneben schlug Perkussionist Sascha Eckhardt mit kräftigen Hieben auf die Pauke. Von der ersten Note an erfüllte das Ensemble das Gotteshaus mit Wohlklang. In der evangelischen Johanniskirche im Stadtteil Lindenhof brachte das sinfonische Orchester „Collegium Musicum Mannheim“ (CMM) die drei Werke „L’Arlésienne - Suite Nr. 1“ von Georges Bizet, die Symphonie Opus 15 von Hubert Ferdinand Kufferath und die besondere Uraufführung „The Wee Wee Man“ von Alexander Scheutzow zu Gehör.

Obwohl sich das Ensemble fast ausnahmslos aus Laienmusikern zusammensetzt, klang das Sinfonieorchester druckvoll wie ein Profiklangkörper.

Da traf jeder Ton und an die Ohren der zahlreich erschienenen Besucher drang gebündelte Klangkunst. „Das Collegium Musicum gibt es schon seit über 50 Jahren“, erklärte Dirigent Matthies Andresen, der die Kufferath-Symphonie und das uraufgeführte Werk „The Wee Wee Man“ anleitete. „Wem das gefällt und wer sich das zutraut, darf bei uns mitmachen“, warb Dirigent Andresen dafür, im Orchester „Collegium Musicum“ mitzuwirken.

Schwungvolle Komposition

„Man muss aber ein abwechslungsreiches Programm mögen. Wir spielen nicht nur Klassik, sondern auch Jazz.“ Hauptberuflich unterrichtet Andresen die Fächer Musik und Deutsch am Lessing-Gymnasium in der südhessischen Spargelstadt Lampertheim.

Inmitten des Orchesters blies Alexander Scheutzow ins Horn und trug dazu dabei, seine eigens geschriebene Arbeit „The Wee Wee Man“, die schwungvoll klang und die auf einer schottischen Volksballade basiert, zum Besten zu geben. In englischer Sprache dreht sich dieses urige Volkslied um ein kleines dickes Männlein mit Superkräften.

Schon Joseph Haydn habe sich an einer Vertonung des schottischen Märchens herangewagt. Von Beruf her arbeitet Orchestermitglied Alexander Scheutzow, der studierter Musikwissenschaftler und Mathematiker ist, als freiberuflicher Software-Entwickler.

Kann einem die Mathematik helfen, das System von Musikstücken besser zu verstehen? „Das ist Ansichtssache“, erläuterte der 62-Jährige. Zum Schreiben einer Fuge benötige man nicht zuletzt Kreativität.

Für die Komposition „L’Arlésienne – Suite Nr. 1“ durfte als Gastdirigent Chenglin Li das Pult besteigen. Ursprünglich hätte die Sopranistin Anne Andresen, die Schwester von Dirigent Andresen, bei dem Werk „The Wee Wee Man“ zum Einsatz kommen sollen, da jedoch die Künstlerin erkrankt war, erfüllte die junge Sopranistin Silvia Rau diesen gesanglichen Part. Während der Aufführung bediente Anne Andresen dennoch als Konzertmeisterin die Violine.

Bis zum Abitur im Jahre 2016 war Silvia Rau eine Schülerin von Lehrer Andresen am Lessing-Gymnasium am Josef-Braun-Ufer gewesen. Über diesen Kontakt gelangte die 20-Jährige zum als Verein organisierten Ensemble „Collegium Musicum“, das im Austausch mit der Musikhochschule steht.

Singen als Hobby

„Ich habe Gesangsunterricht seit ich 14 bin. Ich singe als Hobby“, schilderte Sopranistin Rau. Wie bereitet sich die 20-Jährige auf Konzerte vor? „Ich höre mir Aufnahmen von berühmten Sängern an, um mich daran zu orientieren“, verriet Rau, die Jura an der Heidelberger Universität studiert.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 06.02.2019